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Die weltweit herrschende Pandemie macht gerade unsere Kinder zu Helden

In einer Zeit der Unsicherheiten, Ansteckungsängsten und sozialer Distanz sind es insbesondere auch die Kinder, die stark unter den Umständen leiden.

Groß war die Freude als nach sehr langer Pause die Schulen wieder öffneten – endlich konnte man Klassenkameraden, Freunde oder einfach nur andere Kinder „wirklich“ sehen und nicht nur virtuell.
Das neue Konzept „Homeschooling“ wurde nun wieder gegen den Schulunterricht eingetauscht. Ein Stück zurück in die Normalität, um im gemeinsamen Austausch festzustellen, dass man nicht alleine ist, sondern dass es auch andere Kinder mit den gleichen Ängsten und Nöten gibt. Aber wie sollte der Schulalltag, falls man von Alltag sprechen kann, zu Zeiten von Corona überhaupt aussehen? Wie steht es um Schutz, Hygienekonzepte und Unterricht? Fragen, die nicht einheitlich beantwortet werden konnten und können.
Die Kinder und Eltern einer dritten Hemmoorer Grundschulklasse haben reagiert und sich organisiert: Schnell einigte man sich auf das einheitliche Tragen von Mundnasenschutzmasken aus Stoff, die von Müttern in Eigenleistung genäht und zur Verfügung gestellt wurden. Das richtige Waschen der Hände, Abstandsregeln aber vor allem auch der Umgang miteinander wurden dem häuslichen Lehrplan hinzugefügt.
Nun fehlte noch eine passende Möglichkeit zum Transportieren und Verstauen der „Schnutenpullis“, damit diese nicht in der Schultasche umherfliegen würden. Arne Petschull, Vater eines Drittklässlers und Notfallsanitäter beim Rettungsdienst in Hemmoor, hatte die zündende Idee: Eine Brotdose vom Deutschen Roten Kreuz könnte helfen. Ein einheitliches Utensil, das zudem verspricht, auch das „Wir-Gefühl“ und den Zusammenhalt der Klasse zu stärken. In Malte Koll, Leiter Rettungsdienst/Krankentransport, fand man sogleich einen Befürworter und Unterstützer dieser Idee und so wurden diesem Klassenverband zwanzig Brotdosen gespendet. Dankend nahmen die Kindern und Eltern diese Spende an. Die (zweckentfremdeten) Brotdosen erfüllen nun ihren Zweck und beherbergen jeweils Maske, Taschentücher und Desinfektionsmittel für die Hände. Netterweise wurden die Dosen ergänzend auch noch von einer Mutter einheitlich beschriftet, um einem Vertauschen vorzubeugen.
In den Schultaschen sind die Utensilien so für den Transport sicher aufgehoben und auf den Tischen ist dank umfunktionierter Brotdose alles stets griffbereit. Anfang Juni wurde an der Hemmoorer DRK-Rettungswache ein „Dankeschön-Bild“ mit den Kindern der Klasse aufgenommen – selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsregeln. Überwacht wurde das Geschehen vom Desinfektor des Rettungsdienstes Björn Marnick Stehr, der die Idee ebenfalls gut findet und die Disziplin der Kinder sehr lobte. „Der größte Dank“, so sind sich alle an der Aktion Beteiligten einig, „gebührt euch Kindern. Ihr seid großartig!“

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