Über uns

Post aus der Kita Friedrichstraße

Für unsere Kinder ist dies eine besonders schwierige Zeit. Sie dürfen ihre Freunde nicht treffen, nicht auf den Spielplatz, in die Kita oder zu Oma und Opa.

Warum verstehen sie aber eigentlich nicht so richtig. Wie denn auch - selbst für uns Erwachsene ist ein „Virus“ schon eine sehr abstrakte Bedrohung. Schwer zu erklären, vor allem, weil wir selber noch nicht so viel wissen.
Die Kinder merken aber ja trotzdem, dass irgendwas mit Mama und Papa anders ist. Sie sind oftmals zu Hause, haben aber trotzdem keine Zeit für die Kinder. Sie erzählen dann was von Homeoffice – was auch immer das ist – denn irgendwie sitzen sie doch „nur“ am Computer oder telefonieren. Das haben sie früher auch schon gemacht, nur jetzt halt viel länger und man darf plötzlich nicht mehr stören. Andere Eltern haben leider nicht das Glück im Homeoffice zu sein. Ihre Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet oder mussten sogar Entlassungen aussprechen. Etwas, dass unsere Kinder noch weniger verstehen. Geldsorgen, Existenzängste und Kontaktbeschränkungen, alles Wörter, die für unsere Kleinen nicht greifbar, nicht verständlich sind. In der Erwachsenenwelt scheint es nur noch ein Wort zu geben „Corona“. In Geschäften halten alle viel zu viel Abstand (gut, dass sie das machen), unterhalten sich nur noch kurz und flüsternd über den „Corona“ und manche tragen jetzt auch noch so Stoff vor den Mund – Schutzmasken nennen das die Erwachsenen. Niemand darf einen mehr besuchen, alle scheinen traurig zu sein. Egal was die Kleinen wollen, immer heißt es: „Das geht doch nicht!“, „Wir können nicht!“, „Wir dürfen nicht – du weißt doch – wegen Corona.“ Immer „Corona“, bisher hatten die Eltern immer behauptet, sie würden die Dinge entscheiden und jetzt entscheidet „Corona“.
Auch wir, als Kita sind – insofern wir nicht in der Notbetreuung arbeiten - im Homeoffice, wir sitzen an Computern oder telefonieren, schreiben Berichte, Förderpläne, Entwicklungsdokumentationen und überlegen schon mal, was wir alles so machen könnten – wenn der „Corona“ wieder weg ist. Und wenn man es mal genau nimmt, sind unsere Kinder auch im Homeoffice. Deshalb haben wir uns gedacht, wir machen mal einen Umschlag mit Homeoffice-Aufgaben für die Kinder fertig. Mit Experimenten, Rezepten um Knete, Zaubersand oder Salzteig zu Hause herzustellen, Bastelideen rund um Ostern oder Bilder zum Malen. Außerdem haben wir alle Kinder gebeten einen kleinen Schmetterling zu gestalten und den mit in die Kita zu bringen, sobald wir uns alle sehen dürfen. Was wir damit dann machen, bleibt aber noch ein kleines Geheimnis.

Manuela Schlüer für die Kita Friedrichstraße, Cuxhaven

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