Über uns

Kita und Corona

Leben und Arbeiten in der Notfallgruppe der Kita Sahlenburg.

Als erstes muss man wie zu erwarten feststellen, dass auch im Bereich der Kindertagesstätten das Virus zu erheblichen Veränderungen geführt hat. Kinder dürfen nur noch mit Genehmigung des Landkreises in die Kindertagesstätte, zum üblichen Verwaltungsaufwand kommt die Bewältigung der neuen Aufgaben für die Mitarbeiter, aber auch die Möglichkeit, alles nach hinten geschobene aufzuarbeiten, ist gegeben. Bei der Bewältigung der neuen Aufgaben möchten wir unseren ersten Dank an unsere Fachberatung Joachim Büchsenschütz richten. Sie haben uns durch ihre schnellen Entscheidungen und ihr Voranschreiten den Weg gezeigt und uns dadurch die Sicherheit zurückgegeben uns weiterhin unserer Hauptaufgabe zu widmen. Den Kindern. Ein weiteres großes Dankeschön geht an die Eltern unserer Kinder, die sehr viel Verständnis und auch Mitarbeit in der Krise gezeigt haben. Wir wissen, dass sie jetzt sehr viel Organisationsarbeit in der Betreuung zu Hause zu leisten haben.
Nun aber zu einem kleinen Einblick in unsere derzeitige Situation und die Wege, wie wir mit den neuen Bedingungen umgehen. Klar ist, wir haben weniger Kinder. Für diese ist es einerseits eine schwierige Situation, da sie sich plötzlich in einem veränderten Umfeld befinden, andererseits auch eine Möglichkeit sich und ihre Umgebung einmal neu zu erfahren. Ihnen fehlen die üblichen Spielpartner und man kann sich auch nicht einfach einen neuen suchen, falls es zu einem Streit kommt. Die andere Seite der Medaille ist, man findet neue Freunde und mit ihnen auch neue Wege zu spielen und sich selbst auszuprobieren. So beobachten wir, dass Kinder die sich bisher eher den bewegungsintensiven Aktivitäten zugewandt haben, jetzt mit neuen Spielpartnern auch mal im kreativen Bereich tätig sind. Dies führt zu neuen Erfahrungen für die Kinder. Ein weiterer Vorteil für die Kinder ist auch, dass sie in diesen Zeiten auch mal ihr eigenes Spielzeug mit in die Kindertagesstätte bringen können, was in normalen Zeiten aus verständlichen Gründen nicht möglich ist.
Auch für die Kolleginnen hat sich die Arbeit verändert. Der erste große Einschnitt ist, dass nicht mehr für circa 100 Kinder gekocht wird, sondern für eine wesentlich geringere Anzahl von Personen. Das Mittagessen und Frühstück kann jetzt mit den Kindern zusammen zubereitet und besprochen werden. Hierbei bietet sich hervorragend die Möglichkeit den Kindern lebenspraktische Kompetenzen näher zubringen. Gemeinsames kochen, backen und einkaufen sind bei den Kindern sehr beliebt.
Dann haben wir gemeinsam mit den Kindern überlegt, was wir zur Bewältigung der Krise tun können. Als erstes haben wir darüber gesprochen, wie wir uns selber verhalten sollten. Wir sind auf das häufige Händewaschen und das Abstandhalten von anderen Menschen gekommen. Da viele unserer Kinder aber auch Großeltern haben, fanden sie es sehr traurig, dass sie nicht mehr ihre Omas und Opas besuchen und mit ihnen kuscheln dürfen. Dann kam die Idee, dass wir für die älteren Mitbürger in den Seniorenheimen etwas basteln wollten. Da Ostern vor der Tür steht, haben wir uns für Osterhasen entschieden und diese den DRK-Seniorenheimen am Schlossgarten und am Süderwall, sowie an ein Heim deren Mitarbeiter Kinder in unserer Kindertagesstätte haben zu schicken. Danach wollten die Kinder sich unbedingt mit einem Plakat an der „Regenbogen im Fenster“ Aktion aus dem Internet beteiligen und haben mit Handabdrücken einen Regenbogen mit der Überschrift „Gemeinsam sind wir stark“ erstellt, dass jetzt an einem Fenster der Kindertagesstätte hängt. Weitere Aktionen sind, dass die Kinder bereits jetzt Kuchen backen und diese einfrieren für die Kinder, die in dieser Zeit Geburtstag hatten oder noch haben werden. Nach der Notgruppenzeit wird es dann eine riesige Geburtstagsfeier mit allen Geburtstagskindern der Kindertagesstätte geben und jedes bekommt dann seinen oder ihren eigenen Kuchen.
Dies soll nun das Ende unseres Berichts sein und alle Kinder und Mitarbeiter der Kindertagesstätte Sahlenburg möchten nochmals alle Menschen auffordern zu Hause zu bleiben und auch wenn es schwer fällt den Kontakt zu den Mitmenschen auf das Nötigste zu reduzieren. Nur damit können wir die Arbeit in den Kliniken und Seniorenheimen erleichtern und letztendlich auch Leben retten.

# Bleibt zu Hause

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