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Tierische Mitarbeiterin in der Kita Franzenburg

Einrichtungsleiterin Astrid Schultheis berichtet „Seit einigen Monaten begleitet mich meine Hündin Selma in die Kindertagesstätte Franzenburg. Selma ist eine 2,5 Jahre alte mittelgroße blonde Mischlingshündin."

„Als Einrichtungsleitung plane ich meinen Tag so, dass ich an den Vormittagen flexibel im Haus unterwegs bin und nachmittags Zeiten im Büro verbringe. Vorwiegend am Nachmittag ist dann auch Selma mit dabei. Als gut sozialisierter Familienhund mit verlässlichem Grundgehorsam hat sie viele Herzen im Sturm erobert. Es gibt Kinder, die fast täglich fragen, wo Selma denn sei und wann ich sie wieder mitbringen würde. Hin und wieder verabrede ich mich mit interessierten Kindern im Büro, damit sie mit Selma in Kontakt treten können. Manch ein Kind hatte noch sehr große Scheu und traute zunächst noch nicht, über Selmas strubbeliges Fell zu streichen oder ihre weichen samtigen Ohren zu berühren. Dann unterhielten wir uns einfach über alles was uns zum Thema Hund so einfiel. Die Kinder mögen diese Gesprächsrunden sehr.
Alle Beteiligten müssen natürlich auch Regeln einhalten. Mit den Kindern bespreche ich diese und Selma hat sie von mir gelernt. Wichtig ist, dass Selma nicht wild herumspringt und möglicherweise Kinder ängstigt. Sie kann aufmerksam auf dem von mir zugewiesenen Platz warten, bis ich ihr etwas anderes sage. Dafür achte ich wiederum darauf, gemeinsam mit den Kindern zu erarbeiten, das die Kinder in dieser Runde nicht laut kreischen oder den Hund unsanft anfassen. Ruhe und Achtsamkeit sind gefragt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie auch unruhige Kinder es schaffen, sich Selma zu Liebe zurückzunehmen. Mit Hingabe werden dann Leckerchen im Büro versteckt, die Selma dann zur großen Freude Aller erschnüffelt. Begeistert von diesen Kontakten und Ergebnissen begab ich mich auf die Suche nach mehr Anregung für tiergestützte Intervention. Im März absolvierten Selma und ich erfolgreich die Ausbildung zum Besuchsbegleithundeteam im Lernzentrum für „Mensch & Hund“ in Misselwarden. Nach einem Einstiegstag im Januar, wurden Selma und ich als Mensch-Hund-Team auf Eignung getestet, wir gingen bei den Ausbilderinnen Ulrike Biermann und Marlies Stapper in die Lehre zum Besuchsbegleithundeteam.
Ein ausgewogener Mix aus theoretischen und praktischen Einheiten wechselte sich innerhalb einer Woche ab. In angenehmer, oft fröhlicher Atmosphäre lernte ich die Grundlagen für den Einsatz als Besuchbegleithundeteam. Dazu gehörten auch rechtliche Themen sowie die Hygiene.
Da ein Grundgehorsam beim Hund vorausgesetzt wird und Selma bereits mit mir kooperieren konnte, übten wir nun Verhalten ein, dass sie sich unter meiner Anleitung auch mit anderen Menschen kooperativ zeigt. Kleine Tricks und Spiele die von einem Hund Impulskontrolle abverlangen, ihm aber trotzdem Freude bereiten. Denn auch das ist ein Thema, welches ausgiebig behandelt wurde. Stresssignale bei Hunden erkennen und ein umsichtiger Umgang damit.
Am Ende dieser Tage bekamen wir die Aufgabe, einen Besuch zu planen und auch durchzuführen. Die anderen Teilnehmer „verwandelten“ sich dann wahlweise in Kindergruppen oder Senioren. Immer ging es dabei auch um achtsame Kontaktgestaltung zwischen den Beteiligten.
Sicher, Selma hat eine Menge gelernt. Ich jedoch noch viel mehr. Ruhe, Gelassenheit und Einschätzbarkeit sind für mich wichtige Voraussetzungen, um einen Hund zu führen. Den Kindern will ich einen achtsamen Umgang mit Tieren vermitteln. Voller Liebe und Respekt.“

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