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Die Notfalldose im Kühlschrank

Immer mehr Menschen haben zu Hause einen Notfall- und Impfpass, einen Medikamentenplan, eine Patientenverfügung.

vielleicht sogar ein Hausnotrufgerät. Aber für die Retter bzw. Rettungsdienste ist es meist unmöglich herauszufinden, wo wichtige Notfallinformationen (z.B. Angabe von Krankheiten, OP’s, Medikamente, Angehörige) in der Wohnung aufbewahrt sind. Die Lösung steht im Kühlschrank. Die kleine grüne, lebensrettende Kunststoffdose mit Schraubdeckel ist nicht größer als ein Senfglas und beinhaltet ein Notfall-Infoblatt sowie zwei Aufkleber. Die Samtgemeinde hat die Voraussetzungen geschaffen, die Notfalldose in der gesamten Börde einzuführen.
Die Anregung kam von Bernhard Riemke, der die Börde im Seniorenbeirat des Landkreises Cuxhaven vertritt. Sein Hinweis stieß im Kultur-, Sport und Fremdenverkehrsausschuss auf offene Ohren. Die Politik gab grünes Licht. Samtgemeindebürgermeister Holger Meyer zog die DRK-Ortsvereine mit ins Boot. Die Vorsitzenden erklärten sich spontan bereit, mitzuwirken. Die Notfalldose ist ab sofort nicht nur im Rathaus zum Preis von 2 Euro erhältlich, sondern auch bei den Vorsitzenden. Sie werden außerdem bei Blutspendeaktionen und Seniorennachmittagen angeboten.
„Im Notfall zählt jede Sekunde“, so Holger Meyer. „Nicht jeder ist in einer Notsituation zum Beispiel durch Stress oder Bewusstlosigkeit in der Lage, vollumfängliche Angaben zum Gesundheitszustand und anderen wichtigen Details zu machen.“ „Kleines Geld bringt großen Nutzen“ ergänzte Ordnungsamtsleiter Frank Springer.
Und so funktioniert die Notfalldose: Sind Retter eingetroffen und sehen auf der Innenseite der Wohnungstür den Aufkleber mit dem Logo „Notfalldose“, kann diese rasch aus der Kühlschranktür entnommen werden. Ohne wertvolle Zeit zu verlieren, stehen aktuelle und notfallrelevante Informationen zur Verfügung. Ein Lichtbild auf dem Info-Blatt sorgt dafür, dass die Person eindeutig zugeordnet werden kann. Die Lamstedter DRK-Ortsvereinsvorsitzende Rita Fasel nahm stellvertretend für ihre Kolleginnen die ersten Notfalldosen in Empfang. Sie zeigte sich abends überrascht von der Resonanz in der Bevölkerung. „Ich habe bereits 15 Dosen verkauft.“

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