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Fachtagung für Kita-Leitungskräfte zum Thema Partizipation

Am 1. und 2. Juni trafen sich alle Kitaleitungen der DRK-Kindertagesstätten zu einer gemeinsamen Tagung im evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa.

Neben der fachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Partizipation diente dies auch der Teambildung und dem Austausch untereinander zu aktuellen und immer wiederkehrenden Praxisfragen aus dem Alltag einer Kitaleitung.
Thematisch wurde der erste Tag von der Fachreferentin des Instituts für Partizipation und Bildung, Barbara Wever, gestaltet. Partizipation meint die Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Kindern im Kitaalltag bzw. an allen sie betreffenden Entscheidungen. Dies ist im Kinder und Jugendhilfegesetz rechtlich verankert und muss somit konzeptionell in jeder Kindertagesstätte (bundesweit) umgesetzt werden. Die Leitungen der hiesigen DRK-Einrichtungen erhielten nun fachlichen Input dazu und überlegten gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Joachim Büchsenschütz und der Fachberaterin Swantje Struffmann, wie dies in der Zukunft erfolgreich umgesetzt werden kann.
Was ist Partizipation?
Partizipation ist ein Recht von Kindern. Das Recht auf Partizipation berührt die pädagogische Arbeit der Fachkräfte und ihre Grundeinstellung. Eine wertschätzende Haltung bildet die Grundlage für die konzeptionelle Entwicklung und strukturelle Verankerung von Partizipation in Kindertageseinrichtungen.
Aber wie sieht die Beteiligung von Kindern konkret im Alltag und bei Projekten aus? Und mit welchen Schritten können pädagogische Fachkräfte die Beteiligung von Kindern in ihrer Kindertageseinrichtung weiterentwickeln?
Zunächst ist es notwendig, seine eigene Haltung zum Thema zu reflektieren und zu überlegen, woran man selbst in der Kindheit beteiligt wurde und wo man sich mehr Mitspracherecht gewünscht hätte. Sehr wichtig ist es dann, Methoden kennenzulernen, wie Partizipation im Kitaalltag gelebt werden kann. Grundlage dafür ist ein demokratisches Verständnis. Kinder können beispielsweise in einem Kinderrat oder Kinderparlament zusammenkommen, um Dinge, die sie interessieren, zu besprechen und (demokratisch) abzustimmen. Da Kitakinder sehr unterschiedliche Entwicklungsverläufe haben, ist die Form der Abstimmung individuell zu gestalten. Wo wir Erwachsene Wahlzettel erhalten, ist es für die Kinder wichtig mit Bildern und Symbolen zu arbeiten. Auch Klebepunkte oder Murmeln, die in eine „Wahlurne“ gesteckt werden, dienen als Abstimmungsmittel.
Neben der demokratischen Abstimmung und Beteiligung geht es vor allen Dingen auch um den generellen Umgang mit den Kindern im Alltag, und dass die Macht von Erwachsenen nicht ausgenutzt werden darf, um Kinder zu belehren oder zu disziplinieren.
Ein Zitat von Oskar Negt besagt: „Demokratie ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss.“ Warum also nicht bereits in der Kindertagesstätte damit beginnen?!
Weitere Informationen gibt es online unter: www.partizipation-und-bildung.de

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