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Fortbildungen für Ehrenamtliche im Flüchtlingsbereich

Durch den DRK-Landesverband Niedersachsen konnten mithilfe der Koordinierungsstellen Flüchtlingswesen zwei interessante Fortbildungen für Ehrenamtliche organisiert werden.

Am 11.11.2016 fand beim DRK in Otterndorf die erste Veranstaltung dieser Reihe zum Thema „Interkulturelle Kompetenz und Kommunikation“ statt. Als Referentin war Engeline Kramer aus Leer eingeladen, die von zahlreichen Familienaufenthalten in verschiedensten Ländern authentisch berichten konnte und ebenfalls Mitglied des DRK ist. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der ca. 15 Teilnehmenden aus den Regionen Hemmoor und Hadeln inklusive einer Erläuterung der jeweiligen Vornamens-Herkunft, stieg Frau Kramer sogleich ins Thema ein. Wesentliche Aussage des Nachmittags war unter anderem, dass Integration nur zweigleisig gelingen kann, zum einen im Sinne der Integrationsbemühungen von Migrantinnen und Migranten, zum anderen muss aber auch die Gesellschaft Integration fördern und wollen. Außerdem wurde das Thema „Werte“ im Rahmen einer kleinen Gruppenarbeit behandelt, bei der sich zunächst jede/r einzeln drei für sie oder ihn wichtige Werte überlegen sollte. Dann wurde gemeinsam geschaut und versucht, die drei für die Arbeit mit Geflüchteten wichtigsten Werte herauszustellen. In diesem Zusammenhang war besonders interessant, die Unterschiede zwischen den Kulturen kennen zu lernen. Der Wert der Ehrlichkeit wird z.B. in der deutschen Kultur sehr hoch angesehen. Im arabischen Raum wird aber eher indirekt kommuniziert, dort gilt ein direktes „Nein!“ meist als unhöflich. Dies zu wissen ist gerade im Bereich der Kommunikation mit Geflüchteten besonders hilfreich, um Missverständnisse vorzubeugen.

Auch durch die zweite Veranstaltung „Nähe und Distanz in der Arbeit mit Geflüchteten“ am 09.12.2016 in Otterndorf begleitete uns Frau Kramer. Hier griff sie einige Themen der letzten Veranstaltung wieder auf und vertiefte sie mit hilfreichen Beispielen aus der Praxis. Sie stellte heraus, dass Kultur nicht aufgezwungen werden kann und man gewisse Dinge aushalten müsse. In diesem Zusammenhang brachte Frau Kramer das Beispiel des Nase-Schnäuzens, das hierzulande als völlig normal gilt, während Menschen aus anderen Kulturen oft irritiert sind, wenn sie damit konfrontiert werden, da sie diese Handlung gar nicht kennen. Zum Abschluss stellte sie heraus, wie wichtig ehrenamtliches Engagement im Flüchtlingsbereich für die Integration ist. Jede/r solle sich jedoch seiner persönlichen Grenzen bewusst sein und sich selbst nicht vergessen, um den Spaß am Engagement nicht zu verlieren.
Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Kramer für die tollen Anregungen, an den DRK-Landesverband Niedersachsen für die Unterstützung der Organisation und vor allem an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die Tag für Tag Großartiges leisten!

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