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Zweiter Themenabend: Weihnachtstraditionen

Ca. 40 Deutsche und Nicht-Deutsche trafen sich am 16. Dezember zum zweiten Themenabend „Weihnachtstraditionen“ im Gemeindehaus der Christuskirche in Hemmoor.

Was einem sonst eher unhöflich erscheint, ist bei den von der Christuskirche und dem DRK organisierten interkulturellen „ Themenabenden“ Programm: hier dürfen und sollen jeweils „die Anderen“ neugierig ausgefragt werden. Hierbei gibt es nur ein Ziel: voneinander zu lernen und gegenseitig Vorurteile abzubauen.
Am 16.12. ging es beim Themenabend rund um Weihnachten. Insbesondere neue Hemmoorerinnen und Hemmoorer aus Syrien, Afghanistan, Sudan und Somalia hörten Pastor Lea sehr interessiert bei seinen Ausführungen über Sinn und Zweck unserer deutschen Weihnachtstraditionen zu. Sehr schnell wurde aus dem Zuhören ein spannender und offener interreligiöser Dialog zwischen Muslimen und Christen.
Über hochinteressante Fragen wurden Details des Christentums und des Islams verglichen. Die Muslime waren sehr interessiert an der Beziehung zwischen Katholiken und Evangelen. Über die gegenseitigen Fragen wurde schnell deutlich, dass es im Detail zwar Glaubensunterschiede zwischen den Christen und Muslimen gibt, aber dass die Nächstenliebe und das Streben nach einem toleranten und friedlichen Miteinander aller Menschen für beide Religionen die Fundamente des alltäglichen Denkens und Handelns bilden. Die muslimischen Besuchern des Abends wünschten sich nach dem Abend mehr in die Tiefe gehenden Austausch über die Religionen und Werte, ihnen ist es wichtig, die vorhandenen Ängste vor dem Islam auf der deutschen Seite abzubauen. „Wir wollen nicht mit den Terroristen in einen Topf geworfen werden. Diese Menschen haben mit dem Islam nichts zu tun. Der allgemein gelebte Islam vertritt Offenheit und Toleranz, genau wie das Christentum,“ erklärt Mohamed Alshidi aus Syrien.
Das offene und herzliche Miteinander der Religionen wurde durch das Verkosten von Glühwein, Apfelpunsch, leckeren Weihnachtskeksen und dem gemeinsamen Singen von „Oh Du Fröhliche“ unterstützt.
Als dann noch der leibhaftige - diesmal Arabisch sprechende - Weihnachtsmann mit Leckereien durch die Tür kam, war für die Organisatoren Manfred Lea und Anke Müller-Belecke klar: die offene gegenseitige Neugier baut Ängste ab und ist das Fundament für ein respektvolles Miteinander zwischen den Kulturen.
Der nächste Themenabend ist bereits in Planung.

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